56 Als Nachlese zu den Open-Access-Tagen 2015: Die Top40 des #oat15-Twitteraufkommens.

2015-09-11

Ausgerechnet heute also kürt der Neologismen-Sammeldienst Wordspy den Ausdruck „vanity metric“ zum Wort des Tages. Darunter versteht man:

„A measurement or score that is used to impress other people, but is not a true indicator of quality or success.“

Wer sich ein wenig mit der metrischen Dimension von Wissenschafts- und Social-Impact-Evaluationen befasst, sieht vermutlich sofort die Relevanz eines solchen Konzeptes für unser digital-statistisches Zeitalter. Inwieweit die unten stehende Grafik in diese Kategorie fällt, lassen wir jetzt mal offen. Wir haben jedenfalls die diesjährigen Open-Access-Tage 2015 in Zürich am Montag und Dienstag dieser Woche (07. und 08. 09.2015) intensiv bei Twitter über das Hashtag #oat15 hier in unserem Berliner Bibliotheksbüro mitverfolgt, was zwar nicht so gut ist, wie selbst dabeizusein, was aber immerhin ermöglicht, den thematischen Schwerpunkten der Diskussionen sowie der Grundstimmung der Tagung nachzuspüren. Auch das ist ein Vorteil digitaler Wissenschaftskommunikation: Kennt man das Hashtag einer Veranstaltung, kann man sich nebenbei an jede Konferenz ein wenig andocken, nebenbei der eigentlichen Arbeit nachgehen und dennoch im Diskursraum der jeweiligen Keynotes, Sessions und Workshops ein wenig echoloten.

Damit unsere Twitter-Verfolgung nicht ganz folgenlos bleibt, haben wir eine Grafik mit den Top-40-Accounts, die wir aus dem Tweetaufkommen herausmessen konnten, erstellt. Als besondere Aktivposten stellen sich danach der ScienceOpen-Mitbegründer Alexander Grossmann (@SciPubLab), der Biologe Donat Agosti (@myrmoteras) und der Bertelsmann-Medienexperte Joachim Höper (@Joachim_Hoeper) heraus. Insgesamt lässt sich festhalten, dass bei den Twitterern Personen mit einem Hintergrund im Infrastruktur- und Bibliotheks- oder Publikationsbereich überwiegen. Wir haben nicht alle Accounts verifiziert, können aber doch vermutlich auch so behaupten, dass der Anteil der Fachwissenschaftler und insbesondere von Wissenschaftlern mit einem geisteswissenschaftlichen Hintergrund eher überschaubar ist, was freilich auch mit der TeilnehmerInnen-Liste korreliert. Die Open-Access-Tage waren und sind eine Veranstaltung vor allem für Experten aus dem dezidierten Open-Access- und Infrastruktur(entwicklungs)feld und aus der Distanz ist auch gar nicht ersichtlich, inwieweit ein Schritt weiter in die Fachwissenschaften hier möglich oder angestrebt ist. Dass unser eigener Twitter-Strom (@fupush) ganz gut platziert ist, war dagegen nicht beabsichtigt (Stichwort vanity metric), sondern ergab sich ganz natürlich bei diesem Themenfeld. Denn natürlich ist ein Projekt, das sich mit der Zukunft des Publizierens in den Geisteswissenschaften befasst, eindeutig die richtige Zielgruppe für die gegenwärtigen Debatten um Open Access.

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Grafik: Martin Walk, Fu-PusH, 11.09.2015, Nachnutzung sehr gern unter den Bedingungen der CC BY 4.0-Lizenz

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